Jeder kennt diese Redewendung, die dem russischen Politiker Lenin zugeschrieben wird. ‘Zugeschrieben‘ heißt: Man kann diesen Ursprung nicht belegen, weil die Redewendung in dieser Form in seinen Werken nicht nachweisbar ist. Belegt ist lediglich, dass Lenin oftmals das russische Sprichwort „Vertraue, aber prüfe nach!“ verwendet hat.

Die Bedeutung von gegenseitigem Vertrauen spielt nicht erst seit Lenin (1870-1924) im zwischenmenschlichen Bereich eine große Rolle, sie war schon die ethische Basis der mittelalterlichen Hanse (norddeutscher Kaufmannsbund 1300–1700), wo es statt schriftlicher Verträge nur mündliche Absprachen gab, die der ‘ehrbare Kaufmann‘ mit Handschlag besiegelte. Der Erfolg der Hanse basierte auf einem gemeinsamen verlässlichen Wertesystem, das keiner gesetzlichen oder anderweitigen Normen bedurfte.

Wie wir seit einiger Zeit feststellen können, haben die Korruption im Falle von Siemens und jetzt die Betrugsaffären in der Auto-Industrie eine wachsende öffentliche Diskussion über Werte und ethisches Verhalten in der Wirtschaft angestoßen. Die diesjährige Führungskräftebefragung der deutschen Wertekommission (in Zusammenarbeit mit der TU München) hat deutlich gemacht, dass die meisten Führungskräfte in Deutschland Vertrauen als wichtigsten Wert bezeichnen, an dem sie ihre Führung ausrichten. „Vertrauen ist der Nukleus von allem, ohne eine Atmosphäre des Vertrauens werden Manager ihr Unternehmen nicht auf Dauer erfolgreich führen können.“, sagt Sven Kerndörfer, Vorstandschef der Wertekommission, einer Initiative für Führungskräfte. Steht Vertrauen für deutsche Führungskräfte an erster Stelle, so haben 28 % der Befragten Verantwortung als den zentralen Wert benannt, also die Bereitschaft, für etwas einzutreten und im Zweifel auch die Konsequenzen zu tragen. An drittwichtigster Stelle gaben die Manager Integrität an, aufrichtiges Handeln entlang klarer Werte und Prinzipien. „Führungskräfte müssen diese Werte im Alltag vorleben, sonst verbreiten sie sich nicht im Unternehmen.“, sagt Kerndörfer.

Was die neuen Anforderungen der Digitalisierung angeht, hat die Befragung deutlich gemacht: Im Zuge der Digitalisierung können Unternehmer nicht mehr nur althergebrachten Werten folgen. Selbsterkenntnis bringen die Manager hierzulande schon einmal mit: 68 % sehen Offenheit, 80 % Veränderungsbereitschaft als wichtige Werte für Manager im digitalen Wandel.

Quellen: Wikipedia u. Süddeutsche Zeitung vom 28.06.18, „Vertrauen ist gut“