Mit dieser Überschrift leitet Margit Schlesinger-Stoll in Psychologie Heute, Heft 8, August 2015, S. 72 ff über zu dem Thema: „Welche Eigenschaften haben Menschen, die das Wagnis eingehen, eine Firma zu gründen oder zu übernehmen?“ Psychologen haben begonnen, sich für die Motive und die Persönlichkeit von Unternehmern zu interessieren.

Die drei Wissenschaftler am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) Caliendo, Fossen und Kritikos gingen in ihren Untersuchungen von relevanten Persönlichkeitseigenschaften von den fünf großen Persönlichkeitsdimensionen (den “Big five“) aus, anhand derer sich Menschen beschreiben lassen: „Sie sind eher extrovertiert oder introvertiert, emotional stabil oder neurotisch, gewissenhaft oder schludrig, verträglich oder unleidlich, offen für Neues oder im Gewohnten verhaftet. Tatsächlich fanden die Forscher Übereinstimmungen zwischen diesen Persönlichkeitseigenschaften und dem unternehmerischen Tun. Hohe Werte in Extraversion (Begeisterungsfähigkeit, Geselligkeit, Optimismus und Führungswille) befördern offensichtlich den Eintritt in die Selbständigkeit. Das Gleiche gilt für emotionale Stabilität, also Belastbarkeit in stressigen Situationen und Offenheit für Erfahrungen, ein Persönlichkeitszug, der mit Experimentierfreude und Fantasie einhergeht. Dazu kommt eine Qualität, die der Münchener Psychologe Herausforderungskognition nennt: Aus Fehlern und Misserfolgen lernen zu können.

Eine Studie, die 2013 von der Universität Jena veröffentlicht wurde, behauptet, dass Unternehmereigenschaften in Deutschland regional sehr unterschiedlich verteilt sind. Dazu befragten die Forscher 20.000 Menschen in Deutschland. Im Ergebnis entstand eine Rangliste nach Bundesländern in der Berlin und Hamburg führen. Brandenburg und Sachsen stehen am Ende der Liste. Auch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein behaupten sich weit vorn. Der beteiligte Forscher Prof. Obschonka vermutet, dass „der noch immer nicht versiegte Einfluss des hanseatischen Handelsgeistes“ bei diesen Nordregionen eine Rolle spielt.

Abschließend wird in diesem Artikel von drei Phasen unternehmerischen Handelns mit jeweils eigenen psychologischen Konzepten berichtet: „Die Prelaunch-Phase, in der machbare Geschäftsideen identifiziert und aufgegriffen werden (und in der die Unternehmerpersönlichkeit die wichtigste Rolle spielt), die Launch- oder Entwicklungs-Phase, in der Unternehmer die notwendigen Ressourcen aufbauen, sowie die Postlaunch-Phase, in der das Unternehmen überleben und wachsen soll.“