… und diese haben bei uns in der Wirtschaft auch bessere Chancen auf einen Job. Das jedenfalls behauptet der bei der Süddeutschen Zeitung für die Berichterstattung über Geld-Themen verantwortliche Redakteur Alexander Hagelüken. Nicht nur zitiert er als Beleg ein altes britisches Sprichwort: „Schönheit zieht mehr als Ochsen“, sondern er stützt seine Behauptung auf Forschungsergebnisse der Ökonomin Eva Sierminska. Frau Sierminska sucht nach grundsätzlichen Ursachen warum gutes Aussehen zu mehr Verdienst führt und veröffentlichte ihre Erkenntnisse kürzlich in einem Artikel für das IZA Institut zur Zukunft der Arbeit in Bonn (Spiegel Online vom 10.07.2015). Danach verdienen Menschen, die gut aussehen, in Deutschland bis zu 20% mehr als der Durchschnitt. Dieser Beauty-Bonus gilt auch für China, während er in Brasilien und den USA deutlich niedriger ausfällt und sich in Großbritannien gar nicht nachweisen lässt.

Es gibt offenbar reale Gründe, warum Schönheiten mehr verdienen: Sie treten selbstbewusster auf, trauen sich mehr zu und sie streben gezielt in besser bezahlte Jobs. Sierminska kritisiert: „Der Beauty-Effekt beginnt bereits früh. So neigen Lehrer dazu, hübsche Schüler zu bevorzugen, die dann wiederum häufiger an sozialen und sportlichen Aktivitäten teilnehmen, die Qualifikationen wie Teamgeist und Selbstvertrauen fördern. So wird bereits in jungen Jahren der Grundstein für die späteren Arbeitsmarktvorteile gelegt.“

Die Forscherin schlägt deshalb vor, Fotos bei Bewerbungen abzuschaffen, damit nicht das Gesicht darüber entscheidet, wer zum Vorstellungsgespräch kommen darf. Auch empfiehlt sie, durch Kleidung, Styling und Charme einiges herauszuholen. „Firmen könnten also ihre Mitarbeiter mit entsprechenden Schulungen dabei unterstützen, besser bei solchen Kunden anzukommen, die für Äußerlichkeiten bezahlen.“

Quelle: Schön verdient mehr, Süddeutsche Zeitung, 21.07.2015