Im Frühjahr – pünktlich zur Hannover-Messe - veröffentlichte die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (Acatech) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik eine Studie zum Thema „Deutscher Entwicklungsbedarf bei der Implementierung von Industrie 4.0“.
Die Studie spricht von einem hohen Entwicklungsbedarf und enthüllt diesbezüglich eine „doppelte digitale Kluft“ zwischen Großkonzernen und dem Mittelstand sowie gleicherweise zwischen verschiedenen Belegschaftsgruppen innerhalb eines Unternehmens.

Befragungsobjekt der Studie waren 345 Firmen. Im Ergebnis bewerteten 74 % der Großunternehmen (mit mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz) Industrie 4.0 als Chance, aber nur rd. 62 % der kleineren. Gleichzeitig sehen 35 % der Mittelständler im digitalen Wandel mindestens so viele Risiken wie Möglichkeiten. Bei großen Mittelständlern sind es noch rd. 25 %.

Es heißt in der Studie, Industrie 4.0 erfordere Fortbildung und Qualifizierung: „Die arbeitenden Menschen brauchen nicht nur Spezialwissen über Informationstechnologien, sondern auch Prozess- und Medienkompetenz.“, sagt Michael ten Hampel vom Fraunhofer-Institut. Die befragten Unternehmen geben beim eigenen Personal einen Mangel an Fachwissen durchaus zu. Nachholbedarf sehen sie vor allem bei der Datenanalyse (60,6 %) und dem Prozessmanagement (53,7 %).

Quelle: Wirtschaftswoche 17 v. 22.04.16