Jacqueline Wasseveld-Reinhold


Jacqueline Wasseveld-Reinhold ist seit 26 Jahren Trainerin und Beraterin bei Coverdale Deutschland. Sie betreut viele internationale Führungsprogramme und Führungskräfte in Einzelcoachings.
Zu Hause ist Jacqueline Wasseveld-Reinhold in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Münster und verbringt ihre Freizeit gerne mit Mann und Hund in der Natur und an der Küste Hollands.
Kollegen nennen sie gerne Coverdales qualitatives Gewissen und sie überrascht regelmäßig mit ihrem trockenen Humor. Heute äußert sie sich zum Thema Agilität.

 

Sichert Agilität die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen?
Agilität ist in aller Munde. Wozu wollen Unternehmen, agil sein?

Unternehmen wollen mit Agilität im Wesentlichen zwei Ziele erreichen.

  1. Die Mitarbeiter und das Unternehmen arbeiten enger mit den Kunden zusammen und reagieren flexibler und schneller auf unterschiedliche Kundenwünsche. Dadurch steigt die Produktivität und Profitabilität.

  2. Die Mitarbeiter und das Unternehmen können sich schneller an veränderte Rahmen- und Marktbedingungen anpassen. Dadurch erhöht sich die Überlebens- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Häufig werden auch beide Ziele verfolgt, aber mit unterschiedlicher Gewichtung. Entscheidend ist aus unserer Sicht ein klares Zielbild. Was genau soll mit Agilität erreicht werden? Woran erkennen die Führung und die Mitarbeiter, dass das Ziel „Agilität“ erreicht ist?

Wichtig ist es auch, was die Unternehmen beim Ziel 2) Anpassungsfähigkeit zur Sicherung der Überlebens- und Zukunftsfähigkeit erreichen wollen. Die Frage ist: Wie und wann passe ich meine Organisation an? Entwickle ich regelmäßig mit allen Mitarbeitern Hypothesen über die Zukunft, gestalte ich an der Zukunft mit im Rahmen der Möglichkeiten und bereite ich das Unternehmen proaktiv auf Veränderungen vor? Oder passe ich mich dann an, wenn schon genau klar ist, welche Rahmenbedingungen sich wie verändern?

Aus unserer Erfahrung bei Coverdale empfehlen wir unter dem Stichwort „Agilität“ den Aufbau einer vorausschauenden, proaktiven und gestaltenden Anpassungsfähigkeit.


Was versteht man unter Agilität?

Anfang der 90er tauchte der Begriff häufiger in Zusammenhang mit Softwareentwicklung auf. 2001 erschien das agile Manifest, welches vier Prinzipien enthielt.

„Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen.
Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation.
Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung.
Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans.

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.“

Quelle: Wikipedia


In der Folge entstand eine Vielzahl ‘agiler‘ Methoden und Prozesse (Behavior Driven Development, Crystal, Design Thinking, Scrum, Kanban, und viele andere), um Softwareentwicklung schlanker, schneller und kundenorientierter zu machen.

Heute bezieht sich das Ziel „Erhöhung der Agilität“ häufig auf das gesamte Unternehmen. Dabei sind die Prinzipien des agilen Manifests weiterhin Kern der gewünschten Entwicklung. Allerdings ist das, was konkret unter der gewünschten Agilität verstanden wird, sehr unterschiedlich. Als Teil der Arbeit Richtung mehr Agilität ist deshalb die Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses über Agilität ein wichtiger erster Schritt.